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Schwäbische Alb

Streckensperrungen Schwäbische Alb

2 gemeldete Sperrungen auf der Schwäbischen Alb – mit voraussichtlichem Ende, dazu Streckenzustand und Gefahrenstellen.

Aktuell gesperrt

Strecke / StelleWas & warumBis wann
L1250 Neuffener Steige (Neuffen Richtung Hülben)Die Steige ist von April bis Oktober an Wochenenden und Feiertagen für Motorräder gesperrt. Anordnende Stelle ist das Landratsamt Esslingen als Straßenverkehrsbehörde für die Landesstraße; die Stadt Neuffen hat dort keine eigene Zuständigkeit.April bis Oktober, Wochenenden und Feiertage
L440 Lochenstrecke (Balingen-Weilstetten Richtung Tieringen bis zur Passhöhe)Der kurvenreiche Anstieg ist wegen der Unfalllage für Motorräder gesperrt, und zwar nur bergauf in Fahrtrichtung Tieringen; die Gegenrichtung bleibt frei. Das Verbot gilt auch für Anlieger.1. April bis 31. Oktober, Sa/So/Feiertage

Stand: 30.07.2026 · Tagesaktuelle Lage vor der Tour über den Verkehrswarndienst prüfen.

Steigen, Lärmlimits und Gefahrenstellen auf der Schwäbischen Alb

Die Schwäbische Alb ist ein langgezogenes Schichtstufengebirge zwischen Stuttgart, Ulm und dem Donautal, kein einzelner Pass. Für Motorradfahrer entsteht der Reiz aus einem klaren Geländeprinzip: An der nördlichen Abbruchkante, dem Albtrauf, fällt die Hochfläche steil ins Vorland ab. Genau dort liegen die berühmten Steigen – kurvige, oft enge Anstiege, die von den Tälern hinauf auf die Hochebene führen. Oben liegt weites, wellig-flaches Land mit langgezogenen Bögen, unten in den Tälern wird es kurvenreich und unübersichtlich. Wer dieses Grundmuster im Kopf hat, weiß auf jedem Abschnitt, was hinter der nächsten Kuppe zu erwarten ist.

Kloster Bebenhausen bei Tübingen
Kloster Bebenhausen bei Tübingen

Die wichtigsten Bundesstraßen bilden das Grundgerüst. Die B312 verbindet das Reutlinger Becken über das Echaztal mit der Albhochfläche und führt am Fuß des Schlosses Lichtenstein vorbei. Die B465 durchzieht die mittlere Alb in Nord-Süd-Richtung über Bad Urach und Münsingen Richtung Oberschwaben. Die B466 erschließt den östlichen Teil der Alb rund um den Raum Heidenheim und Geislingen. Diese Hauptachsen sind in der Regel gut ausgebaut und tragen den größten Teil des Durchgangsverkehrs – die landschaftlich schönsten und fahraktivsten Abschnitte liegen jedoch auf den Verbindungsstraßen dazwischen, vor allem auf den Steigen.

Die Steigen sind das fahrerische Herzstück der Region. Charakteristisch ist der schnelle Höhenwechsel über wenige Kilometer, häufig mit engen Kehren, schmalem Asphalt und schlecht einsehbaren Passagen. Die Honauer Steige führt von Honau im Echaztal direkt unterhalb von Schloss Lichtenstein in Serpentinen hinauf auf die Hochfläche – ein klassischer, viel befahrener Albaufstieg. Die Lichtensteiner Steige erschließt dasselbe Gebiet rund um die Gemeinde Lichtenstein. Weiter östlich verbindet die Hanner Steige St. Johann mit Bad Urach; sie ist schmal und sehr kurvig und verlangt wegen unübersichtlicher Passagen und weit schneidender Autofahrer volle Aufmerksamkeit. Ähnlich anspruchsvoll sind die Gutenberger Steige vom Lenninger Tal hinauf zur Albhochfläche, die Hepsisauer Steige in waldreicher Umgebung und die Stuhlsteige zwischen Sonnenbühl-Genkingen und Pfullingen. Im Südwesten führt der Lochenpass in engen Serpentinen über die Traufkante.

Aus diesem Streckencharakter ergeben sich konkrete Gefahrenstellen. Auf den engen Steigen kommt es regelmäßig zu Begegnungsverkehr in unübersichtlichen Kurven, in denen Gegenverkehr die Mittellinie schneidet – defensives Fahren und Reserve in der eigenen Spurlage sind hier Pflicht. Nach Waldpassagen und an schattigen Nordhängen bleibt der Asphalt morgens und nach Regen lange feucht; Laub, Rollsplitt nach Bauarbeiten und gelegentlich landwirtschaftlicher Schmutz aus Hofeinfahrten sind typische Albthemen. Auf der Hochfläche wechseln offene, windexponierte Abschnitte mit plötzlichen Bodensenken und Nebelfeldern.

Altstadtgasse in Tübingen
Altstadtgasse in Tübingen

Ein wichtiger Punkt für die Tourenplanung sind Lärmschutz- und Tempokontrollen. Im Großen Lautertal, einem der landschaftlich reizvollsten Täler der Alb, wurden wegen Motorradlärms eigene Geschwindigkeitsbeschränkungen eingeführt: Auf dem rund acht Kilometer langen Abschnitt zwischen Buttenhausen und Indelhausen gilt jeweils 500 Meter vor und nach den Ortschaften ein Tempolimit von 50 km/h ausdrücklich nur für Motorräder. Solche Beschränkungen sind ernst zu nehmen – sie werden kontrolliert, und ein rücksichtsvoller, leiser Fahrstil im Lautertal trägt dazu bei, dass die schönen Strecken offen bleiben.

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