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Schwäbische Alb

Motorradtouren auf der Schwäbischen Alb

Strecken-Achsen, Bikertreffs, Tankstellen und fertige Tagesrunden – alles zum Fahren.

Touren aus dem M&R-Tourenportal

Von der Redaktion gefahren und dokumentiert – mit Karte und GPX-Track zum Nachfahren.

Deutschlandtour – Von Nord nach Süd
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Romantisches Deutschland
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Schwäbische Alb - Einfach nur herrlich!

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Nördlinger Ries

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Jagst & Kocher – unterwegs auf drei Rädern

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Schwäbische Toskana & Co - Der Geheimtipp für Genießer

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Alle 17 Schwäbischen Alb-Touren mit Karte und GPX-Track im Tourenportal von Motorrad & Reisen.Motorradtouren auf der Schwäbischen Alb mit GPX-Tracks

Die Steigen richtig fahren — der Albaufstieg als eigene Disziplin

Die Steigen bündeln sich dort, wo Seitentäler und enge Klingen den Albtrauf einschneiden — nur an diesen wenigen Kerben lässt sich die Steilstufe überhaupt sinnvoll überwinden. Viele Auffahrten folgen deshalb alten Handels- und Fuhrwegen, die schon vor der Motorisierung die günstigste Linie durch den Fels suchten. Für den Fahrer heißt das enge Radien im unteren Drittel, oft im Wald oder zwischen Felsbändern, ehe die Kurven weiter werden.

Kloster Bebenhausen bei Tübingen
Kloster Bebenhausen bei Tübingen

Die anspruchsvollere Richtung ist bergab. Was hinauf ein zügiges Kurvenspiel ist, wird auf dem Rückweg zum langen, gleichmäßigen Gefälle — hier zählt dosiertes Bremsen und der Blick weit voraus, statt spät und hart am Kurveneingang zu verzögern. Der Motor darf mitbremsen; wer allein die Bremse arbeiten lässt, kassiert auf den längeren Steigen unnötiges Fading.

Weil der Trauf nach Nordwesten zeigt, liegen die unteren Abschnitte lange im Schatten. Der Belag trocknet dort spät, im Herbst sammelt sich nasses Laub in den Kehren, und an dunstigen Morgen hängt Nebel an der Kante, während das Vorland schon in der Sonne liegt. Die ersten Kurven einer Steige fährt man deshalb besser defensiv an — kalte Reifen und klammer Asphalt vertragen keine frühe Schräglage. Über die bekannten Aufstiege hinaus lohnen die Steigen bei Bad Urach, im Lenninger Tal oder bei Wiesensteig am Fuß des Drackensteiner Hangs — jede mit eigenem Charakter, alle nach demselben Prinzip trassiert.

Nördlinger Ries — Motorradfahren in einem Meteoritenkrater

Ganz im Nordosten verlässt man die schroffe Alb und rollt in eine Landschaft, wie es sie in Mitteleuropa kein zweites Mal gibt: das Nördlinger Ries, entstanden durch den Einschlag eines Asteroiden. Auf dem Motorrad erlebt man es als plötzliches Öffnen des Geländes — die Hochfläche sinkt ab, und vor einem liegt eine weite, fast kreisrunde Senke mit ungewöhnlich flachem, fruchtbarem Boden.

Der Krater gibt die Streckenführung vor. Über den ebenen Kraterboden ziehen schnelle, weit einsehbare Landstraßen zwischen den Feldern, während der Riesrand als niedriger, geschlossener Hügelkranz die Senke fast vollständig umschließt. Wer mag, umrundet den Kessel außen herum und hat die Ebene ständig unter sich; die Übergänge zurück auf die Alb fallen hier sanft aus, nicht steil wie am Trauf im Westen.

In der Mitte liegt Nördlingen. Der Turm der Stadtkirche, der „Daniel", ist aus Suevit gemauert — jenem Gestein, das die Wucht des Einschlags aus zertrümmertem Fels zusammenbackte. Wer die Geschichte dahinter verstehen will, findet sie im RiesKraterMuseum; die Landschaft war so aufschlussreich, dass hier Anfang der 1970er-Jahre sogar Apollo-Astronauten Einschlaggeologie übten, bevor sie zum Mond flogen. Ein Stopp, der einen banalen Tankhalt in etwas Erzählenswertes verwandelt.

Die Traufkanten — Kurven fahren mit dem Ausblick im Blickfeld

Der Albtrauf ist nicht nur der Ort der Steigen, sondern selbst eine Fahrlinie. Wo Straßen oben dicht an der Abbruchkante entlangführen, liegen Kurve und Aussicht unmittelbar nebeneinander — auf der einen Seite die Leitplanke, auf der anderen der freie Blick über das ganze Vorland. An klaren Tagen reicht die Sicht weit über das Albvorland hinaus, und genau dieser Kontrast aus geführter Kurve und offener Weite macht die Kantenstrecken so eigen.

Lohnende Kanten-Ziele sind über den ganzen Trauf verteilt: der Roßberg über Gönningen mit seinem Aussichtsturm, der Breitenstein bei Ochsenwang hoch über dem Lenninger Tal und die Ruine Hohenneuffen, die frei auf ihrem Felskopf steht. Sie alle taugen als Wendepunkt oder Pausenstopp mit einem Panorama, das man sonst nur zu Fuß bekäme.

Ein Wort zur Vorsicht: Gerade weil die Aussicht so zieht, sind diese Strecken an schönen Wochenenden gut besucht — Wanderer an den Parkbuchten, Radfahrer auf der Fahrbahn, gelegentlich Splitt auf den Zufahrten und, an den bekannten Kurvenkanten, auch mal eine Kontrolle. Die Traufstraßen belohnen flüssiges, vorausschauendes Fahren mehr als den späten Anbremspunkt. Der Reiz liegt ohnehin im Blick, nicht in der Rundenzeit.

Fünf fertige Tagesrunden für eine Woche auf der Schwäbischen Alb

Die folgenden fünf Tagesrunden decken die landschaftlich und fahrerisch reizvollsten Teile der Alb ab. Sie sind so geschnitten, dass sich jeweils Steigen, Sehenswürdigkeiten und Einkehrmöglichkeiten verbinden lassen. Die Kilometer- und Zeitangaben sind Richtwerte für gemütliches Fahren mit Pausen; wer viel fotografiert und einkehrt, braucht deutlich länger.
Tag 1: Lichtenstein und die Honauer Steigen:
  • Kern der Runde: Reutlingen / Honau – Honauer Steige – Schloss Lichtenstein – Sonnenbühl – Bärenhöhle und Nebelhöhle – zurück über die Stuhlsteige nach Pfullingen.
  • Umfang: rund 70–90 km, etwa ein halber bis ganzer Tag mit Besichtigungen.
  • Highlight: der Auffahrtsklassiker über die Honauer Steige direkt unter Schloss Lichtenstein, kombiniert mit zwei Schauhöhlen auf der Hochfläche.
  • Einkehr: Schlossgastronomie am Parkplatz von Schloss Lichtenstein, dazu Gasthäuser in Sonnenbühl.
Tag 2: Hohenzollern und die Zollernalb:
  • Kern der Runde: Hechingen / Bisingen – Burg Hohenzollern – über die Zollernalb Richtung Albstadt und Balingen – Lochenpass mit seinen Serpentinen – zurück durchs Vorland.
  • Umfang: rund 90–120 km, ein guter Tag mit Burgführung.
  • Highlight: die Serpentinen des Lochenpasses und der weite Blick von der Burg Hohenzollern auf dem 855 Meter hohen Zollerberg.
  • Einkehr: Gastronomie an der Burg (per Shuttle erreichbar) sowie Gasthäuser in Balingen und Albstadt.
Tag 3: Blaubeuren, Lonetal und Eiszeitkunst:
  • Kern der Runde: Münsingen / Laichingen – Tiefenhöhle Laichingen – hinab nach Blaubeuren zum Blautopf – weiter ins Lonetal und Achtal zu den Welterbe-Höhlen – zurück über die Hochfläche.
  • Umfang: rund 110–130 km, ein voller Tag, da die Höhlen weit gestreut liegen.
  • Highlight: der leuchtend blaue Blautopf und die UNESCO-Welterbe-Höhlen der ältesten Eiszeitkunst der Welt.
  • Einkehr: Gastronomie in Blaubeuren rund um Kloster und Blautopf, dazu Laichingen.
Tag 4: Großes Lautertal und Münsinger Alb:
  • Kern der Runde: Münsingen – ins Große Lautertal über Buttenhausen und Indelhausen – Wimsener Höhle – durch Wacholderheiden und an Burgruinen vorbei – zurück über die Münsinger Hochfläche.
  • Umfang: rund 90–100 km, gemächlich zu fahren.
  • Highlight: das kurvenreiche Lautertal als „Perle der Alb" mit der per Boot befahrbaren Wimsener Höhle. Wichtig: Zwischen Buttenhausen und Indelhausen gilt für Motorräder ein gesondertes Tempolimit von 50 km/h im Bereich der Ortschaften – hier leise und langsam durchfahren.
  • Einkehr: Gasthäuser entlang des Lautertals und in Münsingen.
Tag 5: Donautal und Sigmaringen:
  • Kern der Runde: Gammertingen / Sigmaringen – Schloss Sigmaringen – durch das obere Donautal mit seinen Felswänden – über die Stettener Steige Richtung Stetten am kalten Markt – zurück über die Hochfläche.
  • Umfang: rund 100–120 km, ein landschaftlich spektakulärer Tag.
  • Highlight: die Fahrt durch den „Schwäbischen Grand Canyon" des oberen Donautals und das mächtige Hohenzollernschloss auf seinem Felsen über der jungen Donau.
  • Einkehr: Gastronomie in Sigmaringen unterhalb des Schlosses sowie in den Donautal-Orten.

Kombiniert man die fünf Runden zu einer Woche, sind die großen Themen der Alb abgedeckt: die Märchenschlösser, die Steigen, die Höhlen, die Wacholderheiden und das Donautal. Zwischen den Touren bleibt genug Spielraum, einzelne Ziele zu vertiefen oder bei schlechtem Wetter auf die überdachten Stopps auszuweichen.

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